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BHV 1 – Stand der Sanierung in Niedersachsen

(aus Milchrind 2/2014)

für Niedersachsen gilt seit Anfang 2014 eine neue „schärfere“ Verordnung, um möglichst schnell das Ziel der BHV 1 - Freiheit zu erreichen.
Die Tierseuchenkasse sagt eine Unterstützung von 200 € je Reagent zu, wenn das entsprechende Tier bis 31.12.2014 gemerzt wird.
Freie Betriebe erhalten einen Bonus bei den Beträgen zur TSK.
Ab 1.November 2014 besteht ein Impfverbot, ein Einstallungsverbot von Reagenten und die Forderung, die Reagenten bis zum 1. Mai 2015 zu entfernen.
Weidehaltung ist ab 1. November 2014 für nicht freie Betriebe verboten.

Das Bovine Herpesvirus 1 (BHV 1) ruft bei Rindern zwei Krankheitsbilder hervor. Bei Befall des Atmungstraktes kommt es zur „Infektiösen Bovinen Rhinotracheitis – IBR“.
Ist der Genitaltrakt betroffen, kommt es zur IPV (Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis) beim weiblichen Rind und IBP (Infektiöse Balanoposthitis) beim männlichen Rind.
Die Infektion verläuft meist relativ unproblematisch, kann in einzelnen Fällen aber zu heftigen Krankheitserscheinungen oder sogar zum Tod der Tiere führen.
Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt, über Geräte oder durch Sperma.
Ein infiziertes Tier kann sein Leben lang Virusträger sein, ohne äußerliche Krankheitsanzeichen zu zeigen. Unter bestimmten Bedingung, z.B. Stress, kann es das Virus ausscheiden und selbst wieder Symptome zeigen. Aus diesem Grund ist die Merzung aller Virusträger das langfristige Ziel.
Wirtschaftlicher Schaden entsteht durch die Infektion trächtiger Tiere und durch Handelsbeschränkungen, auch innerhalb der Bundesländer. Tragende Tiere können nach einer Infektion verkalben und es kann zu Fruchtbarkeitsstörungen oder Unfruchtbarkeit kommen.

…unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden 3 x im Jahr während der Milchkontrolle BHV 1 - Proben nehmen und mit den Milchkontrollproben weiterleiten. Die Untersuchung und die Ergebnismitteilung erfolgt je nach Zuständigkeit durch das TI Göttingen oder die LUFA Nord-West in Oldenburg.
Unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind gehalten, genaue Angaben zur Anzahl Kühe in der genommenen Sammelmilch zu geben. Dies ist Inhalt des Untersuchungsergebnisses. Vereinzelt kommt es zu fraglichen bzw. nicht negativen Ergebnissen. Erhalten Sie von Ihrem Veterinäramt Nachricht über derartige Ergebnisse mit der Aufforderung zur Wiederholung, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Melden Sie sich bei Ihrem Milchkontrolleur oder der Regionalleitung.